Hasenstall Bauanleitung

Die Bauanleitung

Am besten sollte direkt vor dem Baubeginn ein Plan oder eine Skizze angefertigt werden. Dabei werden die künftige Größe des Stalls und seine Form geplant und festgehalten.
Alternativ ist es auch möglich, einen Bauplan kostenlos im Internet herunterzuladen oder aber einen fertigen Bausatz zu kaufen – hiermit gestaltet sich der Bau etwas einfacher, weil alle benötigte Teile bereits inklusive sind.

Der Boden des Stalls

Hygiene im Hasenkäfig ist ein wichtiger Aspekt! Der Untergrund sollte so gewählt werden, dass der Pfelegaufwand sich in Grenzen hält.

– Teichfolie oder Steinplatten

Bei der Bauleitung hier gehen wir von einer großen Bodenplatte aus, die mit Teichfolie bezogen wird. Alternativ können im Hasenstall auch Betonplatten oder herkömmliche Steinplatten verlegt werden, die allerdings für die Tiere oftmals nicht so angenehm sind zum darauf Hoppeln. Wird ausreichend Einstreu drauf gegeben, kann dies jedoch einen idealen Untergrund für einen Hasenstall darstellen.
Das Gitter, welches die Seiten des Käfigs schützt, muss in diesem Fall mindestens 30 cm tief in den Boden eingelassen werden, da sich ansonsten ebenfalls Raubtiere von außen ganz einfach unten durchbuddeln könnten.

– Naturboden

Alternativ ist es übrigens auch möglich, den Boden so zu belassen wie er ist, dann muss aber ein Drahtnetz gegen das Ausbuddeln 10 cm unter dem Boden eingearbeitet werden. Alternativ kann entlang der Gehegeränder auf einer Breite von mindestens 30 cm Platten verlegt werden, so dass das Tier ziemlich weit graben müsste, um zu entkommen.
Die Erde, die sich im Stall befindet, muss in diesem Fall jedoch alle paar Monate ausgetauscht werden. Außerdem verwandelt sich so ein naturbelassener Boden schnell in ein Schlammloch, was eher unhygienisch ist. Empfehlenswert ist so ein Naturboden nur in Gehegen, die 30m² und größer sind, da hier der Boden die Möglichkeit hat, sich zu regenerieren. Aber auch in solchen Gehegen sollten die Ränder dort mit Platten belegt werden, wo viel Kot anfällt. Generell sind Naturflächen schlecht sauber halten.

– Sandboden

Ein Sandboden hingegen ist bei kleineren Gehegen die bessere Wahl, allerdings kann es sein, dass die Tiere hier Höhlen graben und diese beim Darüberlaufen zusammenbrechen, was ihn gefährlich macht. Auch hier sind die Köttel schlecht zu entfernen, was den Aufwand unnötig groß macht.

– Rindenmulch

Rindenmulch sieht zwar gut aus und ist auch für die Tiere angenehm zum Laufen, allerdings muss auch dieser Belag immer wieder ausgetauscht werden. Es kann hierbei zu Schimmelbildung kommen, weswegen Mulch nicht gerade die gesündeste und hygienischste Alternative darstellt.

– Kies oder Steinchen

Kies und kleine Steine als Bodenbelag sind ebenfalls ungeeignet, weil sie schlecht gereinigt werden können und die Kaninchen drauf nicht gerne laufen.

Fazit: Alles in allem ist also ein Belag aus Steinplatten, Beton oder mit Teichfolie bezogene Spanplatte die beste Wahl.

Welcher Draht ist der Beste?

Auch wenn viele Händler ihren Draht als Kaninchendraht anpreisen, muss das nicht heißen, dass dieser auch ausreichend sicher ist. Denn immerhin muss das Gitter auch Kaninchen- oder Marderzähnen standhalten können. Sicher ist der Draht nur dann, wenn er punktverschweißt ist, wenn die Maschen eng genug sind und die Drahtstärke ausreichend dick ist: Mindestens 1 mm bei dichten Gittern, bei etwas weitermaschigen Gittern sogar noch dicker. Außerdem sollte der Draht verzinkt sein, da er ansonsten verrosten könnte und schnell wieder ausgetauscht werden muss.
Empfehlenswert ist Kaninchendraht als Sechseckgeflecht oder punktverschweißter Volierendraht in Vereckform, der nicht dehnbar oder verschiebbar ist. Auch ein dickes, nicht verbiegbares Gitter kann sich eignen.
Die Lücken dürfen nicht mehr als 3,5 cm betragen, da der Draht sonst nicht mehr mardersicher ist.

Absicherung nach oben

Ein Kaninchengehege muss immer nach oben verschlossen werden, egal, wie hoch das Gehege ist. Denn ansonsten können Füchse oder Marder mit Leichtigkeit in den Käfig gelangen. Selbst wenn der Käfig so hoch ist, dass kein Raubtier darüber klettern kann, darf auch die Gefahr von Raubvögeln nicht unterschätzt werden.
Möglich ist dabei eine vollständige Überdachung mit Gitter oder mit einem festen Dach.

Die Höhe des Stalls

In Bezug auf die Höhe ist fast alles machbar – einige Kaninchenbesitzer bauen die Ställe bewusst so hoch, dass ein Erwachsener problemlos aufrecht hineinlaufen kann. Zweifellos hat das Vorteile: die Tiere können hierbei optimal versorgt und das Gehege einfach gereinigt werden.
Ansonsten sollte die Höhe des Stalls mindestens 60 cm betragen. Dabei ist es dann wichtig, dass die Abdeckung komplett aufklappbar ist, damit ohne Bücken und Krabbeln ausgemistet werden kann.

Die Materialien für den Stallbau

Es kommt einiges an Material zusammen, wenn ein Hasenstall selber gebaut wird. Folgende Materialien werden in der Regel benötigt und sollten rechtzeitig vorher berechnet und besorgt werden:
– Holzleisten/Kanthölzer
– Bodenplatte
– Spanplatten
– Hasengitter
– Scharniere für die Türe
– Metallwinkel
– Eine Metallverriegelung für die Türe plus evtl. ein Schloss
– Leim, Schrauben, Nägel oder Tackerklammern
– Dachpappe oder Wellblech
– Silikon
– Teichfolie

Auch an Werkzeug wird einiges benötigt:
– Eine Kreis- oder Stichsäge
– Eine Sägemaschine
– Ein grobkörniges Schleifpapier
– Spannknechte
– Eventuell Bohrer und Hammer

Jetzt kann es losgehen mit dem Bau

Zuallererst wird die Bodenplatte mit der Teichfolie überzogen. Die Folie einfach auflegen und die Überstände umschlagen und festtackern.
Die Rückwand – falls sie durchgehend sein soll – wird mit der Bodenplatte verschraubt. Soll der gesamte Käfig außenherum mit Kaninchendraht versehen werden, müssen an den Ecken die Kanthölzer von unten angenagelt werden. Diese Wände werden an mit dem Drahtgeflecht verkleidet und dies an den Kanthölzern festgetackert und/oder festgenagelt. Dann werden diese Seitenteile mit der Bodenplatte verschraubt.
Die Tür wird ebenfalls aus Vierkanthölzern konstruiert und mit Scharnieren sowie einem Verschluss und eventuell einem Schloss versehen.
Für eine größere Stabilität des Käfigs sollten die Seitenwände, die Bodenplatte und die Deckplatte mit Winkeln aneinander befestigt werden. Bei Massivholz kann auch mit Schrauben gearbeitet werden.
Am Schluss bleibt noch die Konstruktion des Dachs. Am besten eignet sich hier ein Schrägdach, weil die Nässe dabei optimal abfließen kann. Diese Fläche sollte – auch dann, wenn es sich um ein Flachdach handelt – mit Dachpappe versehen werden. Nur dann saugt sich das Holz nicht mit Feuchtigkeit voll. Alternativ ist auch das Verwenden von Wellplatten möglich.
Achtung: Bleibt das Dach komplett flach, kann es bei Last durch viel Schnee oder Laub das ganze Gehege zum Einsturz bringen. Ein leicht schräges Dach ist also allemal besser.

Die Feinarbeiten

Nun geht es noch an die Feinarbeiten: Die inneren Fugen des Bodens sollten mit Silikon abgerichtet werden, damit keine Feuchtigkeit eindringt. Am besten geeignet ist hierfür Silikon für Feuchträume oder Außenbereiche.
Das Dach wird mit Dachpappe bezogen, damit der Kaninchenstall vor Witterungseinflüssen geschützt wird und die Tiere immer Schatten zur Verfügung haben.
Damit die Holzteile des Stalls vor der Witterung geschützt sind, sollte eine Lasur angebracht werden. Vorsicht aber in dem Bereich, in dem die Tiere knabbern können! Hier lieber die Lasur weglassen. Es gibt alternativ auch Lack, der für Spielzeug zugelassen ist und somit für die Kaninchen ungiftig ist.
Wird dafür gesorgt, dass die Kaninchen ausreichend Knabbermaterial in Form von Ästen und Zweigen zur Verfügung haben, ist das der beste Schutz davor, dass die Tiere das Holz des Geheges anknabbern.

Wichtig zu wissen: je nach Höhe und Größe des Kaninchengeheges ist von Bundesland zu Bundesland eine Bauerlaubnis erforderlich.

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