Kaninchenstall selber bauen

Kaninchenstall selber bauen?

Dass Kaninchen bzw. Hasen eine ganze Menge an Platz brauchen, ist den meisten Menschen leider gar nicht bewusst. Die beliebten Haustiere sollten jedoch in keinem Fall in einem beengten Käfig gehalten werden, die es in der Standard-Ausführung im Zoohandel zu kaufen gibt. Auf die Idee, eine Katze einzusperren, würde schließlich auch keiner kommen. Bei Kaninchen ist das nicht viel anders. Diese Tier brauchen eine Menge Platz, um ihrem Naturell, nämlich zu hoppeln, springen und Haken zu schlagen, auch nachkommen zu können. Alles andere ist nicht artgerecht oder noch schlimmer: es ist Tierquälerei. Je nach Rasse und Größe der Kaninchen rechnet man pro Tier mit mindestens 2-3 m², bei zwei Tieren sollten es mindestens 4, besser 6 m² sein, die zur Verfügung stehen – im Idealfall sogar über mehrere Ebenen verteilt. Derlei Käfige sind im normalen Handel nur schwer zu bekommen, und wenn, dann sind sie ziemlich kostspielig.

Der Vorteil beim Hasenstall selber bauen

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Kaninchenbesitzer kann den Käfig genau nach seinen Vorstellungen und ganz individuell auf seine Platzverhältnisse abgestimmt bauen. Ganz davon abgesehen macht es auch riesig viel Spaß, für seine Fellnasen ein eigenes Gehege zu bauen – manchmal kann das Bauen des Käfigs sogar zu einem Projekt für die ganz Familie werden, an dem alle beteiligt sind. Auch Kinder helfen gerne mit, wenn es um ihre geliebten Haustiere geht. So kann sich jeder einbringen und das Beste: Die Kinder lernen dabei sogar noch etwas.

Welche Nachteile hat der Eigenbau?

Es gibt allerdings auch Nachteile. Ein richtig schönes Kaninchengehege, welches den Bedürfnissen der Tiere gerecht wird, muss ausreichend groß sein und dabei muss man vieles beachten. Im Endeffekt sind selber gebaute Kaninchenställe meistens nicht mal wirklich günstiger als ein fertig gekaufter – dafür aber um ein Vielfaches komfortabler und tierfreundlicher.
Ein weiterer Nachteil: Wer ein wirklich geräumiges, sicheres Kaninchengehege bauen will, braucht vor allem eines: viel Zeit. Mal so eben in ein paar Stunden ist dieses Projekt nämlich nicht stemmbar. Meistens wird die benötigte Zeit völlig unterschätzt. Zum Bau gehört nämlich einiges mehr als nur die Bauphase – es müssen zum Beispiel die passenden Werkzeuge beschafft werden, es muss Platz vorhanden sein zum Werkeln und außerdem sollte definitiv ein gewisses handwerkliches Geschick vorhanden sein. Wer zwei linke Hände hat, sollte vom Eigenbau lieber absehen.
Ist der Stall dann aber erst mal fertig und die Langohren dürfen einziehen, sind die Mühen schnell vergessen.
Einen Hasenstall selber zu bauen, ist isn Projekt, welches Spaß macht und an dem man lange Freude hat. Dennoch sollten ein paar wichtige Dinge dabei nicht außer Acht gelassen werden – zum Beispiel die Statik, die Zweckmäßigkeit und die Stabilität des Ganzen.

Grundlegendes, was zu beachten ist

– Der Standort

Ein Hasenstall im Freien sollte an einem sonnen- und windgeschützten Ort stehen. Wenn in dem Gehege nicht immer ein schattiges Plätzchen ist, muss von oben dementsprechend für einen Sonnenschutz gesorgt werden.

– Der Untergrund

Außerdem reicht es nicht, wenn die Hasen als Untergrund nur Erdreich haben. Denn bekanntlich sind Hasner und Kaninchen Weltmeister in den Buddeln und können somit im Handumdrehen aus ihrem Gehege fliehen oder umgekehrt: Raubtiere können sich von außen bis zu den Kaninchen durchbuddeln. Das heißt also, dass das Gehege nicht nur von oben und der Seite, sondern auch von unten gegen das Ein- und Ausbrechen gesichert sein muss. Am besten geeignet ist dafür engmaschiger Kaninchendraht, der zudem so stabil sein muss, dass ihn beispielsweise ein Marder nicht durchbeißen kann. Da sich Marder erstaunlich schmal machen können, sollte im Gehege nirgendwo ein noch so kleines Loch vorhanden sein – sicher ist sicher.

– Die Seiten des Geheges

Ideal ist es bei einem Außengehege, wenn drei Seiten komplett geschlossen sind. Grundsätzlich dürfen auch alle Seiten offen sein, dann sollte aber der Käfig an einem nicht zugigen Ort stehen und eine durchgehende Überdachung ist in dem Fall ebenfalls wichtig. Generell können eine oder mehrere Seiten im Winter mit einer stabilen Plane oder Rollglas versehen werden, so dass die Tere geschützt wind.

– Winterschutz

Im Gehege muss für den Winter ein normaler Hasenstall (den man entweder ebenfalls selber machen oder aber im Handel kaufen kann) platziert werden, der den Tieren Unterschlupf bietet, wenn es kalt ist. Dieser Stall muss in einem Teilbereich gut isoliert sein gegen Kälte und Wind, außerdem muss er für die Tiere jederzeit ohne Probleme erreichbar sein.

– Rückzugs- und Spielmöglichkeiten

Ganz wichtig ist es auch, den Hasen oder Kaninchen auseichend Rückzugsmöglichkeiten zu geben in Form von kleinen Häuschen, die von beiden Seiten offen sein sollten, damit, wenn mal Kämpfe entstehen, nicht ein Tier womöglich in der „Falle“ sitzt, sondern auf der andren Seite wieder heraushoppeln kann.
Auch verschiedene Ebenen, Podeste, Leitern, Tunnel oder Klettermöglichkeiten bzw. eine Buddelkiste stellen für Kaninchen ideale Beschäftigungsmöglichkeiten dar.

– Die Toilette

Da Kaninchen reinliche Tiere sind, sollten sie auch eine Kaninchentoilette zur Verfügung haben, die am besten in einer Ecke platziert wird. Die im Handel erhältlichen Toiletten sind viel zu klein. Am besten bewährt sich hier das Kunststoff-Unterteil eines herkömmlichen Kaninchenstalls für innen.

– Die Einstreu

Als Einstreu für den Käfig empfiehlt sich Heu oder Stroh, alternativ auch Sägespäne.

– Die Sicherheit des Geheges

Nägel, Schrauben oder grobe Holzsplitter dürfen keinesfalls irgendwo herausschauen, weil sich die Tiere sonst daran verletzen könnten.
Da man nie weiß, ob irgendwann jemand Unbefugtes den Käfig betritt, ist es möglicherweise angebracht, diesen mit einem Schloss zu sichern.
Vergessen werden sollte auch nicht, dass das Gehege gegen Sturm ausreichend gesichert und verankert werden muss. Gehege, die nicht winddurchlässig sind, bieten einem Sturm eine große Angriffsfläche und können schon mal komplett mitgerissen werden. Deswegen sollten solche Gehege im Boden verankert werden. Möglich ist dies zum Beispiel mit Metallwinkeln an einem betonierten Untergrund oder mit Betondübeln am Fundament. Auch Erdanker, die an den Eckpfosten in die Erde geschlagen werden, sind eine Möglichkeit zum Stabilisieren des Stalls. Noch besser: die Pfosten direkt in das Erdreich einbetonieren.

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